Das Milgram-Experiment

Dieses psychologische Experiment wurde in New Haven im Jahr 1961 erstmals von Stanley Milgram durchgeführt. Mittlerweile wurde der Versuch mehrfach wiederholt – hier soll es jedoch um das Originalexperiment gehen. Milgram wollte heraus finden, inwieweit eine durchschnittliche Person die Befehle einer Autoritätsperson befolgt, auch wenn diese Anweisungen nicht mit dem Gewissen der Testperson vereinbar sind.

Aufbau und Ablauf

Die Versuchsperson schlüpfte in die Rolle des Lehrers, welcher einem Schüler einen Stromschlag versetzen sollte, wenn dieser Fehler machte. Nach jeder falschen Antwort sollte die Intensität der elektrischen Schläge zunehmen. Ein Versuchsleiter, welcher als Wissenschaftler die autoritäre Person darstellte, gab der Testperson dazu weitere Anweisungen. Nach jedem Stromschlag wurde von dem Schüler das nächste Wort abgefragt. Hierbei ist zu erwähnen, dass es sich um einen Test des Erinnerungsvermögens handelte.

Der Schüler und der Leiter des Experiments waren jedoch beide Schauspieler, die das ganze Szenario sehr glaubhaft vermittelten. Es wurde also keine Person wirklich unter Strom gesetzt.

Ergebnisse

Von den 40 Testpersonen brachen lediglich 14 das Experiment ab, bevor die maximale Spannung erreicht wurde. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es den übrigen 26 Versuchspersonen leicht gefallen ist, durchzuhalten.

Laut der Aufzeichnungen war jeder Einzelne aufgeregt, im Gewissenskonflikt mit sich selbst und extrem aufgewühlt. Einige der Probanden fingen während des Experiments an, mit sich selbst zu reden, zu stottern oder waren einem Nervenzusammenbruch nahe. Weiterhin war aufgefallen, dass die Testpersonen oft verzweifelt lachten. Dies lag laut Kritikern des Experimentes daran, dass die Schauspieler bei höheren Spannungswerten erst Todesschreie von sich gaben, jedoch beim Abfragen des nächsten Wortes wieder in einem völlig normalen Tonfall antworteten, was die gesamte Situation für die Testperson bizarr und irreal wirken liess.

Auch bei einer Wiederholung in anderen Ländern und Kulturkreisen waren die Ergebnisse ähnlich.

Interpretation

Hier scheiden sich bis heute die Geister. Während einige Psychologen die Ergebnisse als Bestätigung der Macht des Gewissens sehen, kritisieren andere, dass das Experiment nicht repräsentativ genug ist.

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