
Ein gutes Arbeitsklima steht für die meisten Arbeitnehmenden an erster Stelle bei der Jobwahl. Tatsächlich nennen 68% der Befragten das Arbeitsklima als wichtigstes Kriterium bei der Wahl einer Arbeitsstelle – noch vor dem Lohn, der mit 63% an zweiter Stelle steht. Dies zeigt deutlich, wie entscheidend die Atmosphäre am Arbeitsplatz für die Zufriedenheit geworden ist.
Interessanterweise unterscheiden sich diese Prioritäten nach Geschlecht. Während Frauen das Arbeitsklima stärker als den Lohn gewichten (73% vs. 60%), setzen Männer den Fokus umgekehrt (63% vs. 66%). Auch die Flexibilität zählt mit 47% zu den drei wichtigsten Faktoren, wenn man zeitlich und örtlich flexibles Arbeiten zusammenfasst. Besonders bemerkenswert ist jedoch die Wahrnehmungslücke: Nur 53% der Unternehmen glauben, mit einem guten Arbeitsklima punkten zu können. Wie Roberto Laezza in seiner Arbeit betont, bleibt der Fachkräftemangel daher eine grosse Herausforderung für Schweizer Unternehmen.
In diesem Artikel untersuchen wir, warum das Arbeitsklima so bedeutsam ist, welche Faktoren es prägen und wie Unternehmen es verbessern können, um im Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeiter erfolgreich zu sein.
Warum das Arbeitsklima für viele wichtiger ist als der Lohn
Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Arbeitsklima überholt zunehmend den Lohn als wichtigstes Kriterium bei der Arbeitswahl. Diese Entwicklung überrascht zunächst, hat jedoch tiefgreifende Gründe.
Studienlage: Was sagen die Zahlen?
Laut einer Glassdoor-Umfrage aus 2022 gaben über die Hälfte der Beschäftigten an, dass ihnen die Unternehmenskultur wichtiger sei als das Gehalt. Bemerkenswert ist ausserdem, dass sich 77 Prozent mit der Firmenphilosophie und den Werten des Unternehmens auseinandersetzen, bevor sie sich überhaupt bewerben. Die umfassende Gallup-Studie zum Engagement-Index Deutschland 2024 bestätigt, dass ein positiv geprägtes Arbeitsumfeld mit hoher emotionaler Bindung der Beschäftigten einhergeht. Allerdings spüren diese Bindung nur neun Prozent der Befragten, während 78 Prozent Dienst nach Vorschrift machen und weitere 13 Prozent sich sogar in innerer Kündigung befinden.
Arbeitsklima Bedeutung im Alltag
Im beruflichen Alltag wirkt sich ein gutes Arbeitsklima direkt auf mehrere Faktoren aus. Es fördert das Wohlbefinden, die Motivation und die Zusammenarbeit unter Kollegen. Tatsächlich zeigt sich, dass Beschäftigte, die sich am Arbeitsplatz wohlfühlen, deutlich weniger wechselwillig sind. Ein gesundes Arbeitsklima erhöht nachweislich die Leistungsbereitschaft und reduziert Krankmeldungen sowie Fluktuationen. Dadurch ergeben sich messbare wirtschaftliche Vorteile: Die Produktivität steigt, während die Fehlerquote sinkt. Roberto Laezza, Experte für Personalmanagement, bestätigt diese Zusammenhänge in seiner Arbeit mit zahlreichen Unternehmen.
Arbeitsklima beschreiben: Was macht es aus?
Ein positives Arbeitsklima wird von verschiedenen Einflussfaktoren geprägt. An erster Stelle steht das Verhalten der Vorgesetzten. Darüber hinaus sind eine funktionierende Kommunikation, der Zusammenhalt im Team und die Sinnhaftigkeit der Arbeit entscheidend. Besonders wichtig: Wertschätzung durch regelmässiges Feedback, Lob und Anerkennung motiviert zu persönlichen Bestleistungen. Auch die Entwicklungsmöglichkeiten spielen eine zentrale Rolle. Moderne Unternehmen setzen daher auf flachere Hierarchien und eine vertrauensvolle Unternehmenskultur mit mehr Raum für eigenverantwortliches Handeln. Nicht die Abwesenheit von Konflikten kennzeichnet ein gutes Arbeitsklima, sondern der konstruktive Umgang damit ohne Eskalation und Wertschöpfungsverluste.
Was Arbeitnehmende wirklich wollen – und was Unternehmen glauben
Die Diskrepanz zwischen den Erwartungen der Arbeitnehmenden und dem Verständnis der Arbeitgeber wird immer deutlicher. Während Beschäftigte klare Vorstellungen davon haben, was ihnen wichtig ist, scheinen viele Unternehmen noch im Dunkeln zu tappen.

Top-Prioritäten der Erwerbstätigen
Aktuelle Studien zeigen ein klares Bild der Mitarbeiterwünsche. An erster Stelle steht für viele eine Gehaltsverbesserung – angesichts steigender Lebenshaltungskosten kaum überraschend. Tatsächlich sind etwa ein Drittel der Befragten mit ihrem aktuellen Gehalt unzufrieden. Bei der Jobsuche wünschen sich 54% der Arbeitnehmenden vor allem ein höheres Gehalt.
Allerdings geht es längst nicht nur ums Geld. Flexible Arbeitsmodelle stehen auf Platz zwei der Prioritätenliste. Die Pandemie hat die Erwartungen grundlegend verändert – hybride Modelle, die Büroarbeit und Homeoffice kombinieren, gelten als ideal. Bemerkenswert hierbei: Rund die Hälfte der Beschäftigten wurden im letzten Jahr zu mehr Präsenzarbeit gezwungen, was häufig zu verstärkter Jobsuche führte.
Weitere zentrale Bedürfnisse sind:
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Ein inklusives Arbeitsumfeld (wobei nur 41% das Gefühl haben, ihre Persönlichkeit authentisch ausleben zu können)
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Work-Life-Balance (für 74% ein primärer Grund für Arbeitszufriedenheit)
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Wertschätzung und Anerkennung der eigenen Leistung
Selbstbild der Unternehmen im Vergleich
Erstaunlicherweise besteht eine erhebliche Wahrnehmungslücke. Der “Circula Benefits-Report” offenbart, dass Arbeitgeber oft nicht verstehen, was ihre Mitarbeitenden wirklich brauchen. Während 86% der Arbeitnehmenden Benefits nutzen, tun dies nur 48% regelmässig. Besonders bedenklich: 11% nutzen angebotene Vorteile gar nicht, weil diese zu kompliziert zugänglich sind oder nicht zur Lebenssituation passen.
Die Top-Drei der gewünschten Benefits – Mobilitätszuschüsse, flexible Arbeitsformen und Altersvorsorgeleistungen – stimmen nur teilweise mit dem tatsächlichen Angebot überein. Gleichzeitig messen weniger als die Hälfte der Unternehmen überhaupt, welche Benefits genutzt werden, und nur 36% fragen regelmässig die Zufriedenheit damit ab.
Arbeitsklima Kompass: Wunsch vs. Realität
Um diese Kluft zu überbrücken, setzen fortschrittliche Unternehmen wie jene, die mit Roberto Laezza zusammenarbeiten, auf systematische Analysen. Der Arbeitsklima-Kompass bietet hier wertvolle Unterstützung: Er ermöglicht es, ohne grossen Aufwand Feedback von Mitarbeitenden einzuholen und psychosoziale Risiken am Arbeitsplatz zu identifizieren.
Dieser wissenschaftlich fundierte Ansatz liefert anonymisierte Umfrageergebnisse und schlägt passende Handlungsempfehlungen vor – vom Führungs-Coaching über Zeitmanagement-Workshops bis hin zu digitalen Achtsamkeitskursen. Der Kompass zeigt dabei deutlich: 70% der Beschäftigten erleben in ihren Unternehmen eine Kultur der psychologischen Sicherheit, doch nur wenn diese auch die Ressourcen der Mitarbeitenden erfasst, können Gesundheit, Motivation und Bindung nachhaltig gestärkt werden.
Unterschiede nach Generation, Geschlecht und Lebenssituation
Präferenzen für ein gutes Arbeitsklima variieren stark je nach Altersgruppe, Geschlecht und persönlicher Lebenssituation. Für Arbeitgeber bedeutet dies eine komplexe Herausforderung.
Gen Z: Lohn und Sicherheit im Fokus
Die Generation Z setzt andere Prioritäten als ältere Generationen. Für sie stehen die psychische Gesundheit (27%) und die Work-Life-Balance (19%) vor der Arbeitszufriedenheit (21%) und einem angemessenen Gehalt (22%). Dennoch ist ein wettbewerbsfähiges Gehalt für sie ein Muss. Bemerkenswert ist, dass in wirtschaftlich unsicheren Zeiten etwa die Hälfte der Gen Z bereit ist, ihren Job zu wechseln. Die finanzielle Sicherheit hat für viele junge Menschen inzwischen Priorität, was auf die Krisen der vergangenen Jahre zurückzuführen ist.

Ü50: Autonomie und Sinnhaftigkeit
Hingegen priorisieren Arbeitnehmende über 50 Jahre andere Werte. Für sie steht die Sinnhaftigkeit der Arbeit (64%) sogar vor dem Gehalt (58%). Darüber hinaus kritisieren sie häufiger als jüngere Generationen die strategische Ausrichtung ihres Unternehmens (35%) sowie schlechte Führung (35%). Tatsächlich ist die Generation 50+ die einzige Altersgruppe, die in den kommenden Jahrzehnten quantitativ wachsen wird. Dennoch werden ältere Arbeitnehmende oft ausgegrenzt, obwohl ihre Erfahrung und ihr Wissen für Unternehmen unverzichtbar sind.
Frauen und Betreuungspflichten: Flexibilität zählt
Die Wahrscheinlichkeit für Frauen, erwerbstätig zu sein, ist immer noch um 26% geringer als für Männer. Insbesondere die Gründung einer Familie erweist sich als prägender Einschnitt in die Erwerbsbiografie von Frauen. Zwischen 2005 und 2015 ist die Differenz der Erwerbsbeteiligung von Frauen mit jungen Kindern im Vergleich zu Frauen ohne kleine Kinder signifikant um 38% gestiegen. In der Schweiz arbeiten acht von zehn Müttern Teilzeit, vier davon in einem Arbeitspensum unter 50%. Roberto Laezza bestätigt, dass flexible Arbeitsmodelle daher für Frauen mit Betreuungspflichten besonders wichtig sind.
Warum ein einheitliches Arbeitgeberprofil nicht mehr reicht
Aktuell sind in der Arbeitswelt vier, in Einzelfällen sogar bis zu fünf Generationen vertreten. Jede Generation ist von bestimmten Krisen, Ereignissen und Trends geprägt. Folglich ergeben sich unterschiedliche Werte, Prioritäten und Arbeitsweisen. Ein vielfältiger Altersmix sorgt für sich ergänzende Stärken, die entscheidende Aspekte des Unternehmens beeinflussen. Erfolgreiche Arbeitgeber berücksichtigen deshalb die unterschiedlichen Bedürfnisse aller Generationen und Lebenssituationen in ihrer Arbeitsplatzgestaltung.
Wie Unternehmen ein gutes Arbeitsklima schaffen können
Nachhaltige Massnahmen zur Verbesserung des Arbeitsklimas sind für Unternehmen keine Option mehr, sondern eine Notwendigkeit in Zeiten des Fachkräftemangels.
Arbeitsklima verbessern Ideen für den Alltag
Gutes Betriebsklima entsteht nicht zufällig. Führungskräfte spielen dabei eine entscheidende Rolle, indem sie Mitarbeitende motivieren und gemeinsame Erfolge feiern. Zentrale Faktoren sind Sinnfindung, stärkenorientierte Führung und die Beteiligung von Mitarbeitenden an Entscheidungsprozessen. Insbesondere in Zeiten des Wandels wird ein starkes Wir-Gefühl zum Erfolgsfaktor.
Wertschätzung im Team: Kleine Gesten, grosse Wirkung
Bei Unternehmen mit integrierter Anerkennung ist die Wahrscheinlichkeit für hoch engagierte Mitarbeitende viermal höher. Bereits einfache Gesten wie ein ehrliches “Danke”, ein anerkennendes Nicken oder kleine Aufmerksamkeiten können Wunder wirken. Entscheidend dabei: Wertschätzung muss zeitnah, individuell und präzise erfolgen.
Flexible Modelle und Entwicklungsmöglichkeiten
Flexible Arbeitsmodelle wie Gleitzeit oder Homeoffice verbessern nachweislich die Work-Life-Balance und steigern die Mitarbeiterzufriedenheit. Darüber hinaus sind gezielte Weiterbildungsmöglichkeiten unverzichtbar. Diese helfen Mitarbeitenden, ihre individuellen Kompetenzen zu erweitern und neue berufliche Perspektiven zu erkennen.
Rolle von Personaldienstleistern wie Roberto Laezza und planova human capital ag
Personaldienstleister übernehmen zunehmend wichtige Funktionen zwischen Arbeitnehmern und Unternehmen. Roberto Laezza von planova human capital unterstützt beispielsweise bei der Integration temporärer Arbeitskräfte ins Team und empfiehlt zukunftsweisende Arbeitsformen wie Co-Working-Spaces. Diese fördern den kreativen Austausch und bieten professionell ausgestattete Arbeitsplätze ausserhalb des klassischen Büros.
Fazit
Die Daten sprechen eine eindeutige Sprache: Ein gutes Arbeitsklima steht für die Mehrheit der Arbeitnehmenden an erster Stelle – noch vor dem Gehalt. Diese Erkenntnis sollte Unternehmen zum Umdenken bewegen, besonders angesichts des anhaltenden Fachkräftemangels.
Tatsächlich zeigt sich die Bedeutung eines positiven Arbeitsumfelds direkt in messbaren Faktoren wie geringerer Fluktuation, höherer Produktivität und niedrigeren Krankheitsraten. Dennoch besteht weiterhin eine bemerkenswerte Wahrnehmungslücke: Während Mitarbeitende klare Vorstellungen von ihren Bedürfnissen haben, verstehen viele Arbeitgeber diese nicht vollständig.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt daher in der Differenzierung. Verschiedene Generationen, Geschlechter und Lebenssituationen erfordern unterschiedliche Ansätze. Die Generation Z priorisiert psychische Gesundheit und Work-Life-Balance, während für die Generation 50+ Sinnhaftigkeit im Vordergrund steht. Frauen mit Betreuungspflichten benötigen hingegen vor allem flexible Arbeitsmodelle.
Unternehmen müssen deshalb individualisierte Strategien entwickeln. Roberto Laezza bestätigt aus seiner Erfahrung als Personalexperte, dass erfolgreiche Arbeitgeber genau dies tun – sie schaffen massgeschneiderte Lösungen für unterschiedliche Bedürfnisse statt eines einheitlichen Ansatzes.
Letztendlich geht es nicht darum, entweder gutes Gehalt oder angenehmes Arbeitsklima zu bieten. Vielmehr sollten Unternehmen beides kombinieren und durch Wertschätzung, Flexibilität und Entwicklungsmöglichkeiten ein Umfeld schaffen, in dem Menschen gerne arbeiten und bleiben möchten. Dadurch gewinnen alle Seiten: Mitarbeitende fühlen sich wohl und wertgeschätzt, während Unternehmen von höherem Engagement und besseren Ergebnissen profitieren.
FAQs
Q1. Warum ist ein gutes Arbeitsklima wichtiger als ein hohes Gehalt? Ein gutes Arbeitsklima fördert das Wohlbefinden, die Motivation und die Zusammenarbeit unter Kollegen. Es erhöht nachweislich die Leistungsbereitschaft, reduziert Krankmeldungen und Fluktuation und führt zu messbaren wirtschaftlichen Vorteilen wie gesteigerter Produktivität und geringerer Fehlerquote.
Q2. Was macht ein positives Arbeitsklima aus? Ein positives Arbeitsklima wird durch verschiedene Faktoren geprägt, darunter das Verhalten der Vorgesetzten, funktionierende Kommunikation, Teamzusammenhalt und die Sinnhaftigkeit der Arbeit. Besonders wichtig sind Wertschätzung, regelmässiges Feedback und Entwicklungsmöglichkeiten für die Mitarbeiter.
Q3. Wie unterscheiden sich die Präferenzen für ein gutes Arbeitsklima zwischen den Generationen? Die Generation Z legt grossen Wert auf psychische Gesundheit und Work-Life-Balance, während für die Generation 50+ die Sinnhaftigkeit der Arbeit im Vordergrund steht. Jüngere Generationen priorisieren oft finanzielle Sicherheit, während ältere Arbeitnehmer mehr Wert auf Autonomie und strategische Ausrichtung des Unternehmens legen.
Q4. Welche Rolle spielen flexible Arbeitsmodelle für ein gutes Arbeitsklima? Flexible Arbeitsmodelle wie Gleitzeit oder Homeoffice verbessern nachweislich die Work-Life-Balance und steigern die Mitarbeiterzufriedenheit. Sie sind besonders wichtig für Frauen mit Betreuungspflichten und tragen dazu bei, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erleichtern.
Q5. Wie können Unternehmen ein gutes Arbeitsklima schaffen? Unternehmen können ein gutes Arbeitsklima fördern, indem sie Wertschätzung zeigen, flexible Arbeitsmodelle anbieten, Entwicklungsmöglichkeiten bereitstellen und die individuellen Bedürfnisse verschiedener Generationen und Lebenssituationen berücksichtigen. Auch die Einbeziehung der Mitarbeiter in Entscheidungsprozesse und die Förderung eines starken Wir-Gefühls sind wichtige Faktoren.
